"Ein klares Ziel ist Voraussetzung für den Erfolg eines Projektes. Alle Beteiligten müssen genau wissen, wo die Reise hin geht, damit die einzelnen Schritte zum Erreichen des Zieles geplant werden können."

Ja, eh! Das ist jedoch nur möglich, wenn wir die Zukunft exakt voraussagen können. In den letzten Wochen haben wir besonders stark gemerkt, dass das nicht immer der Fall ist. Die Spielregeln des Lebens ändern sich wöchentlich, sodass man sagen könnte: Gut, dann machen wir halt nichts.

 

Oder:

 

Wir wenden eine andere Art des Denkens und Tuns an. Im Bereich Kinder und Jugend beschäftigen wir uns schon länger mit Methoden und Zugängen basierend auf Effectuation. Diese Logik ermöglicht es, in unsicheren Zeiten, aktiv zu werden und Neues zu kreieren. 

 

Cool, oder? - Man könnte sagen, dass wir prophetisch unterwegs sind. - Aber Scherz beiseite, die Ansätze und methodischen Elemente können gerade jetzt dabei helfen, als Kirche oder Privatperson, handlungsfähig zu werden.

 

Wir haben im Rahmen der Inspirationswoche (31. Mai - 7. Juni 2020) einige Schritte für dich ausgearbeitet, die dir Impuls sein sollen, um ins Tun zu kommen. Wenn dir das taugt und du dich für die Theorien und wissenschaftlichen Erkenntnisse interessierst, auf die wir zurückgreifen, kannst du dich hier genauer informieren. 


Ab hier findest du die Inhalte Tag für Tag und kannst sie nach Zeit, Lust und Laune wiederholen. Viel Spaß!


Tag 1

Hallo!

Wahnsinnszeit in der wir grad leben. Geht´s dir auch so? Wenn ich in der Zeit zurückreisen könnte und meinem ICH vor 4 Monaten erzählen würde, was zurzeit bei uns los ist, würde ich mir selbst nicht glauben. Eigentlich ist fast alles anders, als ich es gewohnt bin.

 

Vor 2000 Jahren waren die Jünger in einer ganz anderen Situation und trotzdem gibt es einige Parallelen. Jesus ist gestorben und sie konnten nicht so weitermachen, wie bis her. Sie hatten Angst, sperrten sich in ihren Wohnungen ein, waren zurück geworfen auf sich selbst. Sie stellten sich, wie auch wir, die Frage: Wie und wann geht´s weiter?

 

Dann kam Pfingsten – ein Fest der Inspiration.

 

Gott sendet seinen Geist herab und plötzlich können alle in verschiedenen Sprachen sprechen und verkündigen – so, dass sie ALLE verstehen können. Und sie haben keine Angst mehr. Sie bemerken, dass sie einfach TUN können.

 

Mir ist da etwas spannendes aufgefallen, das ich auch mit dir teilen will: Nicht alle Menschen verstehen auf einmal EINE (!) Sprache, sondern: es werden viele Sprachen gesprochen, damit es jeden und jede erreichen KANN.

 

In der Kirche hab ich oft das Gefühl, dass es EINE Sprache – EINE Form gibt. Viele gehen davon aus, dass die heilige Messe, wie sie Sonntag für Sonntag gefeiert wird, für alle ist. Das stimmt aber so nicht. Viele meiner Freunde und Bekannte - und auch ich selbst - werden davon nicht berührt.

 

Wenn ich von Sprache schreibe, meine ich mehr als nur die Sprache in der Predigt oder in Gebeten. Mir geht es um Bildsprache, Technik, Musik, Licht, Medien und vieles mehr.

 

Ich bin schon sehr gespannt, welche Sprachen unsere Community “spricht”.

 

Alles Liebe

Magdi

Mit Padlet erstellt

Tag 2

Warum willst du eigentlich was tun?

Ganz am Beginn jeder Idee gibt es einen Punkt - nennen wir ihn Handlungsanlass - an dem die Idee geboren wird. Oft ist uns dieser Anlass gar nicht bewusst und wir denken nur an die Idee, die durch ihn hervorgerufen wird. Also geh doch einfach mal ganz an den Anfang!

 

Woraus ist deine Idee gewachsen und was hat dieses Ereignis mit dir gemacht? 

Welche "Lücke" wird durch diese Idee gefüllt? Welchen Bedarf wird sie stillen? 

Wie soll sich die umgesetzte Idee auf dich und andere auswirken?

 

Dieser Schritt ist deshalb so wichtig, weil du von deinem Handlungsanlass erzählen sollst. Und je genauer du diesen Anlass definieren kannst, umso besser können sich die Menschen, denen du davon erzählst, ein Bild davon machen!

Wir haben für dich ein Dokument zum Download erstellt, mit dem du Fragen zu deiner Idee bzw. deinem Handlungsanlass genau durchdenken kannst. Vielleicht machst du dir auch ein paar Notizen.

Unten findest du ein Beispiel vom Telefongespräch, welches du zuvor gehört hast. Solltest du noch keinen Handlungsanlass im Kopf haben, dann verwende das Dokument um deine Gedanken zu ordnen. 

 

Viel Freude beim Grübeln!

Johanna und Thomas


Tag 3

Was steht in deinem Kühlschrank?

Ziemlich cool, was Angelika aus ihren eigenen Mitteln und dem Wissen über die Mittel ihrer Nachbarin gezaubert hat. Damit du dir einen guten Überblick über deine Fähigkeiten und Mittel schaffen kannst, haben wir uns eine kleine Übung überlegt:

 

Nimm dir einen Stift, einen Zettel oder noch besser Haftnotizen zur Hand. Beantworte darauf folgende Fragen in Schlagworten.

  • Was fällt dir leicht?
  • Was weißt du?
  • Wofür brennst du?
  • Worin bist du gut?
  • Welche Erfahrungen hast du gemacht?
Am besten ist es, wenn du dir für die Fragen bewusst Zeit nimmst. Geh ruhig in die Tiefe! Fülle nach und nach deinen persönlichen „Kühlschrank“ voller Fähigkeiten, Mittel und Ressourcen.
Hast du noch ein paar Minuten? Dann geh noch einen Schritt weiter: Stell dich vor den offenen Speiseschrank und weise den Lebensmitteln deine Notizzettel zu. Vielleicht passen einige deiner Stärken besonders gut mit bestimmten Speisen zusammen. Nun ist es an dir, aus diesen Zutaten etwas Leckeres zuzubereiten. Wir sind sehr gespannt, was es bei dir werden wird. Ob Butterbrot oder 5-Hauben-Gericht, hier kannst du Bilder hochladen und deine Gedanken dazu mit uns teilen.

 

Liebe Grüße

Mit Padlet erstellt

Tag 4

Wen kennst du?

Schau deine Kontakte - Familie, Freunde, Abonnenten, usw. - durch! Welche Fähigkeiten und Mittel bringt jede Person mit. Was sind ihre Leidenschaften? Was kann sie besonders gut? Wo liegen ihre Stärken?

Wir sind neugierig, welche Vielfalt an Leuten du kennst.

 

Sicher weißt du genau, welche Person du für ein bestimmtes Thema ansprechen würdest. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es beim Prozess von Idee zum Projekt von Vorteil sein kann, möglichst vielen von der eigenen Idee zu erzählen. Manchmal gibt eine Person, mit der man gar nicht gerechnet hätte, einen entscheidenden Impuls oder wird zur wichtigen Projektpartnerin.

 

Teile in der Menti-Umfrage deine Überlegungen mit uns. Mit etwas Glück kommen dir ein, zwei Leute in den Sinn, die etwas zu deiner Idee beitragen können. Wahrscheinlich sind es aber viele, viele mehr. Gratuliere! Ab sofort hast du einen Grund, dich mit ihnen zu unterhalten. 😉

 

Wie du Partner ins Boot holst, ohne sie um den Finger zu wickeln, erfährst du am Tag 7 der Inspirationswoche. Bleib dran!

 

Liebe Grüße
Sara und Michi

 

PS.: Ah ja, für alle, die noch nach Adjektiven suchen oder einfach nur neugierig sind...


Tag 5

Was bist du bereit einzusetzen?

 

 

 

 

 

Daniel denkt den ganzen Tag an Elisabeth. Er ist unsterblich in sie verliebt.

 

 

 

 

 

Er möchte ihr zeigen, dass er sie mag und hat auch eine passende Idee parat.

 

 

 

 

 

Doch was ist, wenn Elisabeth Daniels Plan nicht gefällt? Er überdenkt sein Risiko.

 

 

 

 

Daniel beschließt nicht das ganze Geld aufs Spiel zu setzen. Wenn Elisabeth das Date nicht gefällt, hat er immerhin noch genug Geld übrig, um Sara einzuladen.

 

 

 

 

Nachdem Daniel nun weiß was er einsetzen will, beschließt er, Elisabeth auf ein Eis einzuladen und abzuwarten, wie sich die Dinge zwischen ihnen entwicklen werden.

Spannend wird diese Geschichte, wenn du sie auf deine Idee beziehst - wenn du dir darüber Gedanken machst, was du bereit bist einzusetzen. Dabei kann es um finanzielle, zeitliche oder andere Ressourcen gehen. Da wir oft nicht wirklich wissen, welchen Verlauf unsere Ideen nehmen, ist es von Vorteil nicht alles auf eine Karte zu setzen. Probiere stattdessen in ungewissen Zeiten zu überlegen, wie viele deiner Mittel und wie viel von deiner Zeit du maximal für deine Idee aufwenden möchtest.

 

Anhand dieser Überlegung kannst du dich an selbstgesetzten Grenzen orientieren. Du solltest ständig den Status deiner Ressourcen im Blick haben und wirst sie somit gezielt fürs Weiterkommen einsetzen. Außerdem ist es einfacher, ein Projekt zu beenden, wenn der gewünschte Erfolg nicht eintreten sollte und deine festgesetzten Mittel aufgebraucht sind. 

 

Es ist ein interessanter Ansatz, sich über das Gedanken zu machen, was man bereit ist zu investieren. In dieser Grafik kannst du dir überlegen, was du bereit bist für dein Projekt herzugeben. Siehe die Stapel als 100% deiner Mittel und Ressourcen an und male deinen Einsatz für deine Idee an. Du kannst die Vorlage downloaden und weiterverwenden.

 

Alles Liebe

Johanna und Thomas


Tag 6

Ideen teilen

Wie hört es sich an, wenn du von deiner Idee sprichst? Hat es sich in den letzten paar Tagen Inspiration, Brainstorming und Notizen verändert? Probier es aus! Ja, so richtig. Sprich mit deiner Hand, dem Frühstück oder einfach in die frische Luft hinein.

 

Freude wird mehr, wenn sie geteilt wird. Dasselbe kann mit deiner Idee passieren. Sie kann größer werden oder sich weiterentwickeln - so wie es Ideen eben tun, wenn sie ausgesprochen werden. Neue Möglichkeiten eröffnen sich, Details werden klarer und andere von den Gedanken angesteckt…

Sprich über dein Projekt, entdecke neue Facetten, nimm verschiedene Perspektiven ein und löse das ein oder andere Brett vor deinem Kopf. Wie das am besten funktioniert?

 

Probiere es mit einem Elevator Pitch!

 

Das ist die Bezeichnung für eine Kurzpräsentation, die nicht länger als 60 Sekunden dauert. Das Prinzip ist simpel: Eine Idee soll kurz und knackig vorgestellt werden, sodass der Pitch während einer Fahrt im Aufzug stattfinden könnte. 

 

Der Pitch soll wichtige Informationen liefern, ohne die ZuhörerInnen damit zu bombardieren. Wichtig ist Enthusiasmus. Die Rede sollte (emotional-)spontan wirken, aber der Inhalt muss wohl überlegt sein. Achtung: Auf keinen Fall inhaltlichen improvisieren! – Das kann dazu führen, dass dem Gegenüber keine klare Vision vermittelt wird und würde normalerweise zu einer Ablehnung führen.

 

Zur Unterstützung hier noch eine kleine Faustregel: die AIDA-Formel.

AIDA steht für attention, interest, desire und action – oder zu deutsch: Aufmerksamkeit erregen, Interesse wecken, Begehrlichkeiten auslösen und zur Handlung aufrufen.

 

Wie klappt‘s? Ganz einfach: üben, üben, üben. Wenn du das mit deinen Freunden und Bekannten tun willst, helfen dir diese Tipps und Tricks für ein gutes gegenseitiges Feedback. Erzähle ganz oft von deiner Idee und du wirst sehen, dass du mit jedem Mal besser wirst. Hast du dein Gegenüber mit deinem Pitch überzeugt, dann könntest du einen potentiellen Projektpartner vor dir haben. Wie du Partner an Bord holst, erfährst du morgen genauer! 


Liebe Grüße
Michi und Stefan


Tag 7

Wie gewinnst du Menschen für deine Idee?

Du kannst die beste und coolste Idee haben und auch mega viele super Talente, ohne ein Team - PartnerInnen, MitarbeiterInnen - wirst du dir bei der Umsetzung sehr schwer tun.

 

Oops, ich bin ja eigentlich so ein Typ Mensch mit vielen Ideen und Talenten. Deshalb bin ich manchmal versucht, Dinge einfach selbst zu tun. Aber meine wirklich coolen Projekte, sind deshalb so genial, weil ich sie gemeinsam mit anderen mache. Da entsteht so viel.

 

So geht´s:

Übrigens: alle Arten sind ok und werden für ein Projekt wichtig sein. Die interessanteste Art ist für mich persönlich die offene Beitragseinladung. Das Spannende daran ist, dass du deinen PartnerInnen erlaubst, DEIN Projekt mitzugestalten. Das heißt du MUSST auch bereit dazu sein, dass dein Projekt anders/größer wird.

 

Vor Kurzem habe ich ein echtes AHA-Erlebnis gehabt. Mir hat jemand eine Kooperation angeboten. Ich war sofort Feuer und Flamme dafür, weil es meiner großen, geheimen Projektidee sehr nahe kommt. Wir haben uns ein paar Mal getroffen, doch meine Euphorie wurde immer kleiner. Die andere Projektidee war schon so gut und detailliert geplant, dass das, was ich mitbrachte und einbringen wollte, einfach keinen Platz gefunden hat. Deshalb kam keine Partnerschaft zustande.

 

Es liegt an dir: bist du bereit, andere mitgestalten zu lassen?

Und jetzt - los!

 

Wen könntest du als PartnerIn gewinnen? Wer kann etwas zu deinem Projekt beitragen? Ruf die Person an oder triff dich mit ihr. Fang zu erzählen an und frage nach einem Beitrag. Egal ob die Person auf dein Projekt einsteigt oder nicht, übe weiter und frage die nächste Person.

 

Liebe Grüße

Magdi


Nun ist es an dir! 

 

Wir können Impulse setzen, Feedback geben und ein Netzwerk bereitstellen, aber wie intensiv du dieses Angebot nutzen willst, darfst du selbst entscheiden. Wir laden dich ein und möchten dich wirklich ermutigen das Padlet zur gegenseitigen Bereicherung zu verwenden. Solltest du Fragen zu den vorgestellten Methoden haben, dann stelle diese am besten bei der zuständigen Person aus unserem Team. Wer welchen Beitrag bearbeitet hat findest du immer am Ende des Beitrages.

 

Trau dich Neues zu wagen! - Just DU it!