Entdeckungen

“Was macht eigentlich die Kirche in der Krise?”

Diese Kritik hab ich in den letzten Wochen oft gehört oder gelesen. Ich teile diese Meinung aber nicht. Vor Kurzem habe ich einen spannenden Artikel aus Deutschland gelesen. Die Schlagzeile hat mich inspiriert diesen Blog zu schreiben.

 

"Ich hab eine wunderbare heilige Anarchie gesehen!” Thomas Hirsch-Hüffel

 

Wer mich kennt weiß, dass ich mir sehr schwer tu, ein kirchliches, spirituelles Angebot zu finden, dass für mich ist. Das mich anspricht, wo ich mit Gott und mit anderen in Verbindung treten kann. Versteht mich nicht falsch, ich erlebe sehr viele solcher Momente, aber ich muss den Rahmen dafür selbst schaffen. www.sankt.online

Während Corona konnte man auf einmal ganz leicht herumhoppen. Ich war in einem online Gottesdienst in meiner Heimatpfarre und ein paar Sekunden später 30 km weiter in Wien. Dann noch kurz in der Steiermark und in Deutschland. Zwischendurch hab ich mir 2 Kinderwortgottesfeiern angeschaut und am Abend war ich noch in Amerika beim “Sunday-Thing” von “The Liturgists”.

Bei vielen Angeboten hab ich gemerkt, dass ich nicht die Adresse davon bin. Manches konnte ich trotzdem wertschätzen: Das ist nett, aber nichts für mich.

 

UND – ich hab auch einiges entdeckt wo Freunde, Bekannte und auch Leute, die ich nicht kenne, etwas aus ihren Mitteln gemacht haben, das mich erreicht hat. Das möchte ich mit dir teilen:

 

Steffi und Constanze sind zwei “alte Jugendfreundinnen” von mir. Sie haben gemerkt, dass sie selbst Lust haben weiterhin auch miteinander zu beten, zu singen und das wie sie ihren Glauben leben auch mit anderen zu teilen. Das machen sie jetzt auch Instagram und Facebook: Weil ma glauben

Sie sind einfach sie selbst und sagen auch herrlich ehrlich wie sie die Gott, die Welt, sich selbst und die Kirche sehen. Das mag ich.

Mein lieber Kollege Martin ist nicht so der digitale Typ, aber er hat immer wieder so nette Ideen, wie er den Menschen in der Zeit des Lockdowns eine Freude machen kann. Zum Beispiel hat er an dem Tag an dem Firmung in seiner Pfarre gewesen wäre, allen Jugendlichen einen Brief und eine Straßenkreide zukommen lassen. In der Firmvorbereitung fragen sie sich wie kommt mehr Liebe in die Welt? Im Brief steckte der Auftrag etwas Schönes auf die Straße zu malen.

Meine Kollegin Susi hat mir von einer Idee erzählt, die sie in ihrer Pfarre umsetzt. Eine Spurensuche im Ort. Da gerade so viele Menschen regelmässig spazieren gehen haben sie an verschiedenen Plätzen Plakate gestaltet, die zum Nachdenken, Diskutieren, Pause machen einladen. Alle 14 Tage gibt es was neues zu entdecken. So einfach - so so cool.

Zu Ostern hab ich noch dieses Video der Evangelischen PfarrerInnen aus dem Burgenland entdeckt. Ich finde es so wunderschön und voll Leben – das steckt an.

Das sind jetzt ein paar Beispiele für die “heilige Anarchie” die ich entdeckt habe. Mir gefällt es so, wenn Menschen ihre Persönlichkeit, ihre Talente einsetzen und damit andere beschenken. Ich bin schon sehr gespannt welche Ideen während unserer Just Du It – Inspirationswoche entstehen.

 

Alles Liebe Magdi